
Wir berichteten bereits über die diesjährige Bacardi Martini Veranstaltung, die mit dem 40. mal ein Jubiläum feiern wird. Für das 40. mal haben sich die Veranstalter vieles neues ausgedacht. “Das Jubiläum steht im Zeichen der Harmony of contrasts; - Bei diesem Wettbewerb kann jeder Teilnehmer seine Stärke beweisen: Hier beweist sich der molecular Mixologe neben dem Flair Bartender” heißt es in der Pressemitteilung. Damit geht die Competition einen gewaagten Weg. Auch wenn die Idee an und für sich gut ist und auch tatsächlich eine alltägliche Herausforderung des Bartenders in einem Wettbewerb wiederspiegelt, stellt sich mir die Frage, wie die Judge den enormen Anforderungen gerecht werden will, Molekular Mixologen und Flairbartender nach objektiven Kriterien zu bewerten, nicht ohne selbst beides zu sein oder sich zumindest für eine Judge hinreichend mit beiden “Welten” beschäftigt zu haben.
Die Vermischung aller Kategorien könnte erhebliche Schwierigkeiten mit sich bringen. Letztlich handelt es sich um Bartender mit einer ausgewählten Präsentationsart, die subjektiv vom Gast wahrgenommen wird und dementsprechend bewertet wird. Wenn nun die Judge zwei grundverschiedene Techniken bewerten muss, könnte das sehr schwierig werden. In den Jahren zuvor wurde innerhalb einer Kategorie wie “Flair” nach objektiven Kriterien wie “Originalität”, “Schwierigkeitsgrad” oder auch “Drops und Spills” bewertet. Um auf den “perfekten Gastgeber” abstellen zu können, müsste als zentrales Bewertungskriterium vielmehr die Kommunikationsfähigkeit des Bartenders mit dem Gast im Regelwerk stehen, welche mit der alleinigen Präsentationsart (Kostüm, Flair o.ä.) nicht deutlich genug hervorgehen kann und damit der gesamten Veranstaltung eine schwammige Note geben würde. Ebenso kann laut Motto nicht erstrangig auf den Drink abgestellt werden: Auch ein schlechter Gastgeber wird einen guten Drink mixen können. Ferner würde der Wettbewerb wieder durch eine Hintertür umtituliert werden in einen “Classic”-Wettbewerb. Wie dem auch sei, wird letztlich abzuwarten sein, was wir dieses Jahr von der Veranstaltung erwarten dürfen und wie mögliche Schwierigkeiten vom Veranstalter, von der Judge und schließlich von den Teilnehmern bewältigt werden.
