Flair ist “Sport” ?
In diversen Interviews und Berichten wird deutlich, dass nach einhelliger Auffassung Flair „a kind of sport“ ist. Allerdings wird nicht zu bestreiten sein, dass wir (Flairbartender) uns, was die Einstellung zum Sport angeht, noch nicht hinreichend entwickelt haben, um von einer Sportart sprechen zu können. Obgleich sich Flair schon wegen des Bezugs zum Alkohol kaum zu einer offiziellen Sportart entwickeln kann (siehe auch Tom Dyer Interview u.), wäre von einem Flairbartender in diesem Falle zu erwarten, vor Competitions sich auch wie einen Sportler vorzubereiten. Diejenigen die das machen, ist eher eine verschwindende Zahl gegenüber denjenigen, die sich lediglich vornehmen regelmäßig zu trainieren und sich zunehmend mit der Vorstellung anfreunden, die ultimativen „Killer-moves“ drauf zu haben, wenn sie dann endlich anfangen „reinzuhauen“. Darauf warten aber viele noch immer. Somit entwickelt sich dieser Goßteil auch sichtlich langsam, es genügt scheinbar der Traum, dass „man es könnte wenn man wolle“. Dieses Träumen erscheint aber vielmehr als ein Stillhalten vor der Verzweiflung, aus der man nicht ausbrechen kann; wie ein erschrockener, der plötzlich erstarrt. Daher liegt es auch nicht fern, dass viele Teilnehmer, vor Comps noch trinken (ich meine nicht Bionade o.ä.), viel zu wenig schlafen oder die Nacht durchfeiern, anschließend dementsprechend schön und leistungsfähig auf der Bühne stehen. Diese Kuriosität, namentlich das fern liegen der tatsächlichen Handlungsweise von der ständigen Berufung auf Seriösität, Leidenschaft und Sportcharakter finden sich nicht nur auf Competitions, sondern erschreckender Weise auch bei viel zu vielen hinter der Bar, bei Aufträgen bis letztlich sogar beim Training. Klar ist, dass sich jeder mal hin und wieder solche Fehltritte leider im nachhinein erlauben musste, aber der Drang dass sich Flair und damit auch Bartender weiterentwickeln, und zwar nach vorne, setzt voraus, dass der Arbeit als (Flair)-bartender einige wesentliche Grundeinstellungen zugrundegelegt werden müssen, sodass wir neben Spass der Ernsthaftigkeit des Berufs auch ihren Platz einräumen müssen.
